Konzept

Ziele der Aktion: „Respekt ist Pflicht – für alle.“

·         Breite Aufmerksamkeit erreichen

·         Junge Frauen und Mädchen stärken, Bilder starker, mutiger Mädchen und Frauen vermitteln

·         Sicht- und spürbar machen, dass junge Frauen und Mädchen stark sein können

·         Diskussionsgrundlage schaffen

·         Öffentliche Diskussion ankurbeln, provozieren

·         Denkanstösse vermitteln

·         Anstoss für Verhaltensänderungen geben

·         Inspiration!

Es geht darum, Bilder von starken Frauen und Mädchen zu zeigen und die Einforderung von Respekt in unverblümter, einfacher und direkter Sprache zu kommunizieren.

Idee und Ausgangslage

Die Verknüpfung einer partizipativen Empowerment-Aktion mit einer öffentlichen Plakat-Kampagne wurde mit den Mädchen (Pilotprojekt Basel) gemeinsam entwickelt. Die Bilder von Jugendlichen, welche den Jugendlichen von den Medien vermittelt werden, sind meist stereotyp und negativ und stehen in Zusammenhang mit Gewalt und ähnlichen skandalträchtigen Themen. Nicht nur blenden die Medien dabei das zahlreich existierende soziale und freiwillige Engagement von Jugendlichen aus, es fehlt leider auch sehr oft die Perspektive der Jugendlichen selber. Insbesondere die Sicht von Mädchen und jungen Frauen - zum Beispiel zu den Themen Jugendgewalt und Sexismus - findet viel zu wenig Platz in der Öffentlichkeit.

Massnahmen

Die Aktion: „Respekt ist Pflicht - für alle.“ setzt hier an: Für einmal stehen Mädchen und junge Frauen mit starken und selbstbestimmten Aussagen im Rampenlicht. Die Kampagne schafft so eine neue Sichtweise zu sexualisierter Gewalt und dreht den Spiess um. Die jungen Frauen und Mädchen werden nicht in der passiven Opferrolle dargestellt, sondern als Akteurinnen wahrgenommen. Junge Frauen und Mädchen reden mit. Damit sie als Akteurinnen wahrgenommen werden können, ist es wichtig, sie darin zu bestärken, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten und mitzureden, wenn es um ihre Themen und ihre Realitäten geht. Der partizipative Charakter der Kampagne nimmt dies auf innovative Weise auf. Damit knüpft die Kampagne an Erfahrungen an, die seit Jahren von der Mädchenarbeit, in Jugendverbänden und in Jugendprojekten gelebt werden. Die Partizipation von Mädchen und jungen Frauen ist zentral, wenn es darum geht, eine Gesellschaft zu gestalten, in der beide Geschlechter gleichberechtigt mitreden und mitentscheiden können. Von Anfang an waren also die Mitentwicklung und die Mitbestimmung der Aktion: „Respekt ist Pflicht – für alle.“ durch die Mädchen und jungen Frauen vorbildlich gewährleistet. Als da wären: Medienanalyse, Empowerment, Mitentwicklung des grafischen Auftritts, Erarbeitung der Statements, Fotoworkshop, Präsentation der Kampagne an der Kick Off-Veranstaltung (Interviews mit ExpertInnen und Presse).

Projektbeschrieb

Die Aktion: „ Respekt ist Pflicht- für alle.“ ist eine Kampagne gegen sexuelle, körperliche und psychische Gewalt, welche interaktiv und partizipativ mit Mädchen und junge Frauen zusammenarbeitet, ihr Selbstbewusstsein stärken soll und sie in die Arbeit ressourcenorientiert einbezieht.
Die Aktion gliedert sich dabei in zwei Teile:
Prozess: In verschiedenen Workshops setzen sich die jungen Mädchen und Jungen mit dem Themenkreis „Selbstbehauptung, Respekt, Grenzen, Körpersprache etc.“ auseinander und erwerben durch Bildanalysen und Rollenspielen Schlüsselkompetenzen die sie dazu befähigen, Geschlechterbilder in Medien zu erkennen und zu reflektieren. Im Sinne der Querschnittsaufgabe „Gender Mainstreaming“ wird mit Jungen und Mädchen getrennt gearbeitet. So kann ein ressourcenorientierter Ansatz zu dem Thema realisiert werden.

Produktion: Durch die Herstellung von Werbemitteln (Mitentwicklung des grafischen Auftritts) und der Erarbeitung von eigenen Statements (Präsentation der Kampagne an der Kick Off-Veranstaltung durch die Mädchen) wird eine jugendgerechte und lustvolle Aufarbeitung einer heiklen Thematik möglich. Eine starke Identifikation mit dem Projekt durch die Mädchen wird durch die Mitgestaltung der Kommunikationsmittel (Plakate, Film, e-cards, Spots für Radiopodcast) erreicht. Gleichzeitig wird durch die Mitwirkung in allen Prozessschritten Präventionsarbeit geleistet. Zentral für alle Formen der Mediennutzung ist die ganzheitliche und botschaftsorientierte Darstellungsweise (Gesten und Mimik die Respekt einfordern), um Gegenakzente zu der sexualisierten Bilderwelt in Medien und Werbung zu setzen. Der öffentliche Auftritt der beteiligten Partnerinstitutionen erfolgt unter dem Label “Respekt ist Pflicht – für alle.”, so dass die Corporate Identity der Aktion gewährleistet und ein hoher Wiedererkennungseffekt garantiert wird. Dies wiederum generiert mehr Aufmerksamkeit und die Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit für ein schwieriges Thema.

Kurz gesagt lässt sich die Doppelstrategie in folgender Formel zusammenfassen:

Mitbestimmung und Partizipation (nach innen)

= Bottom-up Perspektive

+

Vermittlung medialer Bilder zum Thema sexueller Gewalt (nach aussen)

= Top-down Perspektive

--> Produktion = Prävention = Aktion!

Aufgrund ihrer konzeptionellen Offenheit kann die Aktionsidee einfach an die lokalen Bedürfnisse und Gegebenheiten der jeweiligen Umsetzungspartnerinnen und -partner angepasst werden, was bereits heute auf breites Interesse gestossen ist. Wichtig ist den Initiantinnen, dass mit der Aktion Akzente nach innen und nach aussen gesetzt werden. Sie besteht aus einem prozessorientierten Teil, welcher die inhaltliche konkrete Auseinandersetzung mit dem Thema, Selbstbehauptung, Selbstbewusstsein, persönliche Grenzen setzen, Übergriffe und sexuelle Gewalt aber auch Aufmerksamkeit und Zivilcourage beinhaltet. Der produktorientierte Teil beinhaltet die Produktion der Plakate inklusive Fotoshooting und öffentlichem Anlass wie Vernissage oder Kick-Off-Veranstaltung und dazugehörender Sensibiliserungs- und Medienarbeit.

Ressourcen

Durch die partizipative Zusammenarbeit mit verschiedenen PartnerInnen aus verschiedenen Kantonen der Deutschschweiz und der Romandie, welche ihre Ressourcen einbringen und das Projekt so von Anfang an mitgestalten und unterstützen, kann die Verantwortung verteilt werden. Dieses Vorgehen ermöglicht die Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachleuten aus der ganzen Schweiz, welche ihre jeweiligen Erfahrungen einbringen. Ziel ist es, das vorhandene Know-how auch über die Landesgrenze hinaus zu vernetzen und Synergien zu schaffen.

Beschreibung der Organisation

Zur Realisation der nationalen Ausdehnung wurde nach dem Pilot in Basel der Verein Arip National gegründet. Mitarbeitende sind zwei Projektassistentinnen Adrienne Fichter und Julia Büchele nebst der Projektleiterin und Co-Initiantin Dinah Zanetti-Überwasser, welche in Zusammenarbeit mit weiteren Fachleuten (Fotografinnen, Grafikerin, Jungenarbeiter) und diversen Institutionen aus verschiedenen Kantonen die nationale Koordination und Umsetzung übernommen haben.